Sonntag, 27. Dezember 2009

20.11. - 17.12.


TASMANIEN

Wow...jetzt ist Tasmanien auch schon vorbei. Knapp einen Monat habe ich hier verbracht und es war mal wieder richtig gut (Dank an Sebastian, der mich überhaupt erst durch seine Schwärmerei auf die Idee gebracht hat, dorthin zu fahren ;-) )
Gut...jetzt zu dem was ich alles erlebt habe:
Nach einer fast schlaflosen Nacht sind wir am 19.11. um 6.30 Uhr in Devonport, Tasmanien, angekommen. Da das Infocenter noch nicht geöffnet hatte, frühstückten wir zuerst einmal ausgiebig auf dem benachbarten Parkplatz. Als wir das Visitorcenter betraten waren wir schon allen bekannt. Wir waren die Leute mit dem Surfboard, die ihren Haushalt auf dem Parkplatz ausgebreitet hatten, und dort frühstückten ;-) . Dort kauften wir uns einen Nationalparks Pass, der für 2 Monate gilt für alle NPs auf Tasmanien gilt (hier kostet sonst jeder NP Eintritt). Auf Empfehlung fuhren wir dann nach Launceston, schauten uns eine nette Gorge an, fuhren weiter über Gladstone, Scottsdale zum Mt William NP und machten dort einen schönen kurzen Walk zum Gipfel. Danach schauten wir uns einen Leuchtturm an und fuhren über viel Dirt Road zu unserem Campspot in der Bay of Fires. Der Platz war direkt am Meer und war einfach traumhaft. Dort erlebte ich auch einen der schönsten Sonnenuntergänge meines Lebens, den ich leider nur in meinen Erinnerungen festhalten konnte (Kamera vergessen :-( . Unsere Nachbarn spendierten uns einen HotDog und bei uns zum Abendessen gab es für mich zum ersten mal Känguru. Schmeckt gut.
Am nächsten Morgen mussten wir erst einmal unseren finnischen Langschläfer wecken. Dann ging es weiter nach St Helens, eine hot shower genießen, bevor wir den nächsten NP erkundeten. Dies war der Douglas Apsley NP. Dort machten wir unseren zweiten great short walk. Für Tasmanien gibt es eine Broschüre mit 60 great short walks und ich muss sagen, jeder dieser Walks, die wir gemacht haben (und das waren nicht wenige :-) ) war klasse.
Der Walk dauerte knapp 3 Stunden. Die erste Hälfte des Weges führte uns durch den Tasmanischen Busch. Um zurück zum Auto zu kommen, gab es dann die Möglichkeit entweder denselben Weg nochmal zu laufen oder per rock hopping den Fluss entlang. Klar haben wir uns für das rock hopping entschieden. War echt spaßig und nach einer Weile auch ziemlich anstrengend. Erfrischung brachte uns dann ein Wasserloch kurz vor Ende des Walks, in das wir schnell nochmal reinhüpften.
Zu diesem Zeitpunkt ließ das Wetter das noch zu. Es waren 30°C und Sonnenschein und mein Heuschnupfen plagte mich nicht mehr so stark wie auf dem Festland. Das ganze sollte sich aber am nächsten Tag ändern. Regen.
Eigentlich wollten wir unsere 2 Tageswanderung im Freycinet NP an diesem Tag starten, so aber hatten wir keine Lust und verschoben um einen Tag. Da wir nichts zu tun hatten, habe ich an dem Tag dann erfolgreich meinen ersten Ölwechsel vorgenommen. Aze und mich hat es gefreut. Ihn, dass er neues Öl hat und mich, dass ich es ohne was zu beschädigen hinbekommen habe. Den restlichen Tag verbrachten wir mit Film schauen und Kartenspielen.
Nächster Tag: Regen. Nichtsdestotrotz sind wir losgelaufen. Die erste Etappe war schön und wäre bei gutem Wetter bestimmt noch schöner gewesen. Trotzdem hat es Spaß gemacht und umso mehr haben wir uns gefreut, als am Abend der Himmel aufriss und wir noch einen schönen Sonnenuntergang erleben durften. Die Nacht haben wir in einer Hütte verbracht. Da es aber vor Moskitos nur so wimmelte, haben wir trotzdem das Innenzelt aufgebaut und zu Dritt drin geschlafen. Ganz schön eng! Gegen Mitternacht bin ich dann von einem Geräusch aufgewacht. Sofort musste ich an ein Possum denken. Am Abend habe ich mich noch mit einem anderen Deutschen darüber unterhalten, wie gerne Possums wohl Rucksäcke und Zelte aufbeißen um an Essen zu kommen.
Also aufgesprungen und mit der Taschenlampe auf meinen Rucksack geleuchtet. Ich war so hektisch, dass das Possum, das dort tatsächlich saß, erschrocken sich zurückzog. Nachdem ich meinen Rucksack aufgehängt hatte, habe ich mich wieder hingelegt. Ein paar Stunden später, gegen halb 4 weckte mich dann Michael, weil er wieder ein Geräusch gehört hatte. Die Possums waren zurück. Und diesmal mit Family. Da sich die beiden anderen nicht trauten, bin ich aufgestanden und stellte mich dem Kampf mit den Possums. Ich fand einen Stock und musste sie durch das Loch, durch das sie hereingekommen sind, richtig zurückschieben. Nachdem ich das erste zurückgeschoben hatte, versuchte es Possum junior. Auch ihn konnte ich erfolgreich in Schach halten und meine Stellung halten. Letztendlich musste ich noch Mama Possum in die Flucht schlagen. Dann konnte ich zum Glück die restlichen Stunden ohne weitere Kämpfe durchschlafen.
Der nächste Tag begann, wie der letzte aufgehört hatte. Mit Sonnenschein. Gleich war das Wandern viel angenehmer, wenn wir auch jetzt über die Berge mussten. Es war ziemlich anstrengend und wir machten viele Pausen, mit grandiosen Panoramas. Dann näherten wir uns der Wineglass Bay. Wir sahen sie schon von weitem und machten viele, sehr viele Fotos. Sie war einfach zu schön. Als wir endlich ankamen, war es einfach nur traumhaft. Ich sag nur: Besser als der Whitehaven Beach auf den Whitsundays! Am weißen Strand machten wir erstmal eine längere Pause und dösten ein wenig vor uns hin. Zum Glück haben wir diese Pause gemacht, denn der schwerste Teil lag noch vor uns. Mehr als 600 Stufen bergauf zum Wineglass Bay Lookout. Eine Tortur mit einem Backpack auf den Schultern, der wohl unten bleiben wollte und einen unermüdlich zurückzog. Oben angekommen machten wir unsere letzten Fotos von der Bay und mussten dann mindestens genauso viele Stufen wieder zum Carpark runter. Mit schmerzenden Knien waren wir alle froh, wieder am Auto zu sein. Für Mika war es der letzte Abend auf Tasmanien und so spendierte er uns noch ein paar Burger. Am Dienstag haben wir Mika am Flughafen abgesetzt und haben den Tag in Hobart verbracht. Hauptsächlich wollten wir mal wieder online gehen. In Tasmanien ist das nicht ganz so einfach wie sonst. Tasmanien hat wohl noch nicht solange Internetzugang und es ist mit durchschnittlich 2 Dollar pro 15min ziemlich teuer. McDonald's gibt auch kaum, da bleibt einem fast nichts anderes übrig, als darauf zu verzichten. Daran bin ja mittlerweile schon gewöhnt. Nunja...schnell war das Internet in Hobart nicht wirklich und wir verbrachten ziemlich viel Zeit damit überhaupt uns mal einwählen zu können. Nach Ewigkeiten sind wir schließlich zu unserem Schlafplatz, einer Sanddüne in Primerose gefahren. Unsere nächsten Sehenswürdigkeitet, die besichtigt wurden waren Tasselated Pavement, Tasman Blowhole, Tasman Arch und Devils Kitchen. Alles vom Meer geformte Gesteinsformationen. Das abgehakt ging es weiter zu einem 4h walk zum Cape Hauy. Ein weiterer Great Walk. Auf dem Weg haben wir einige Schlangen gesehen, die aber nicht sehr fotogen waren. Abends sind wir noch in Port Arthur und dessen historic site vorbeigekommen. Dort bekamen wir sogar freien Eintritt. Es war kurz vor Schluss und das meiste hatte schon geschlossen aber wir konnten uns einen Überblick schaffen und wussten ziemlich bald, dass wir nicht wiederkommen würden.
Am 26.11. schauten wir uns zuerst den remarkable Cave, die Maingove Blowhole und den Palmers Lookout an, bevor wir das nächste Kap, das Cape Raoul, mit einem 5h walk in Angriff nehmen sollten. Diesmal habe ich auf dem Weg mein erstes wildes Echidna gesehen. Im weiteren Verlauf der Reise sollten aber noch einige dazu kommen. Dieses Kap hat das vorherige noch übertroffen und es war wieder ein großartiger walk. Geschlafen wurde an den Coal Mines. Diese schauten wir am nächsten Morgen uns gleich als erstes an. Nach den Mines ging es noch nach Sorell in die Library, wo wir unsere Akkus geladen haben, dann noch einkaufen und tanken und es konnte weitergehen. Auf der Suche nach einem Schlafplatz hatten wir anfangs Pech. 2 Campsites, die im Camps4 beschrieben waren, hatten mittlerweile geschlossen.Also mussten wir ein bisschen weiterfahren. Kurz vor dem Harts Mt. NP fanden wir dann einen schönen Rastplatz. Da es am nächsten Tag wieder regnete und die Wolken tief hingen blieben wir dort gleich einen weiteren Gammeltag, den wir mal wieder mit lesen und Filme schauen verbrachten.
Als es dann aber am nächsten Tag, Sonntag,29.11., immernoch regnete, wollten wir nicht weiter warten und sind in den Park reingefahren. Dort haben wir uns den Arve River fall angeschaut. Der Bach war durch den ganzen Regen ziemlich voll und ein reißender Fluss geworden. Wetterbedingt wollten wir den Harts Mountain nicht besteigen und sind weiter nach Cockle Creek gefahren. Eine Weltstadt mit einer unglaublichen Population von 3 Personen an der südlichsten Straße Australiens. Und außerdem ein Paradies zum free campen. Man konnte sich einfach überall hinstellen und es gab alle 200m public toilets. Abends kommen die Kängurus und essen mit einem zu Abend und das Wetter war auch noch gut.
Nächster Tag und mal wieder ein Cape. Diesmal das South East Cape. Der Südlichste Punkt Australiens, der näher am Südpol liegt als an Cairns. Die Wanderung dauerte nicht sehr lange und wir fuhren noch bis Hamilton, das einen klasse free campingspot hat. Mit free w-lan, dusche (1AUD), und allem was man sonst noch braucht.
Der folgende Tag wartete mit einem weiteren Highlight auf uns: dem Mount Field NP. Am ersten Tag dort schauten wir uns die Russell Falls, den Tall Tree walk, mit Bäumen von bis zu 79m Höhe, an und bestiegen endlich mal wieder einen Berg, den Mt Field East, der uns ein schönes 360° Panorama bot. Geschlafen haben wir am Lake Dobson, direkt im Park, denn am nächsten Tag hatten wir uns einiges vorgenommen.
Früh um halb 8 sind wir aufgestanden, sodass wir um 8 Uhr ready to go waren. Wir hatten uns eine 8h Wanderung ausgesucht, die uns über mehrere Berge, wie den K Col,.. zu verschiedenen Seen und durch das Hochland führen sollte. Es war wieder einmal eine richtig schöne und anstrengende Wanderung und wir haben ganze 2 Leute getroffen (und die auf den letzten 500m ).Übernachten sollten wir am Lake Pedder, einem riesigen Stausee. Dort trafen wir dann Andi und Sonja aus Balingen, die uns gleich ein paar Bier spendierte und mit denen wir einen netten Abend verbrachten. Am nächsten Tag sind wir gemeinsam zum Gordon Dam gefahren. Es ist ein über 140m hoher Staudamm., gigantisch. Dann trennten sich unsere Wege fürs erste, wir verabredeten uns aber auf dem Campspot in Hamilton. Während sie dann in den Mt Field NP fuhren, sind wir weiter zur Something wild wildlife sanctuary gefahren, in der ich dann meine obligatorischen Tasmanian Devils gesehen habe. Außerdem habe ich im Fluss nebenan noch einen wilden Platypus gesehen. Der Eintritt hatte sich gelohnt. Anschließend ging es nach einkaufen und dann wieder nach Hamilton um mit den beiden Balingern einen weiteren netten Abend zu verbringen.
Da die beiden eine ähnlich Route vorhatten wie wir, haben wir sie an einigen Plätzen am folgenden Tag nochmal wieder getroffen. An diesem Tag spielte das Wetter völlig verrückt. Es hatte 3 min Regen, bevor es aufriss und für 5 min die Sonne schien. Dann wieder Regen, dann Sonne, usw... Total krank! Wir haben trotzdem an diesem Tag wieder einiges gesehen. Den Lake St. Clair, Franklin River Nature Trail, die Nelson Falls. Abends hatte es dann aufgehört zu regnen, sodass wir schnell was kochten. Kaum fertig gekocht, fing es natürlich an zu regnen. Also schnell alles weggeräumt und untergestellt. Kaum war das getan hörte es schon wieder auf :-) .
Die Montezuma Falls, die wir am nächsten Tag besichtigten, waren über nur eine Dirt Road erreichbar, die es in sich hatte. Es war die worst dirt road I ever did. Die Falls waren den Weg aber wert. Es war ein 104m hoher Wasserfall. Außerdem war eine Hängebrücke über die Schlucht gespannt. Sie bestand aus ca. 40cm breiten Metallstegen und zwei hüfthohen Stahlseilen. Zwischen Seilen und dem Steg war ein Gitter gespannt. Die Brücke hat schön geschaukelt.
Am Samstag haben wir uns dann das tasmanische Pendant zum Ayers Rock angeschaut, the Nut. Sieht genauso aus wie der Ayer Rock, nur nicht ganz so rot, ein bisschen bewachsen und größtenteils vom Meer umgeben. Um die Nut zu besteigen führte ein 300m langer Weg in Serpentinen nach Oben. Auf diesen 300m schaffte man ganze 140 Höhenmeter. Nach der Nut ging es weiter zum Rocky Cape NP, ein echt schöner NP, mit einer weißen Sandstrandbucht mit tiefblauem leuchtendem Meer, so wie hier fast jede Bucht aussieht :-) . Nach einer langen Irrfahrt durch die Pampa kamen wir endlich an der Oldinia Picnic Area an, die unser Nachtlager sein sollte. Abends ist uns dann auch noch eingefallen, dass ja Nikolaus war und wir unsere Schuhe vergessen hatten rauszustellen :-( . Der folgende Tag sollte mal wieder ein Haushaltstag werden. Einkaufen, Duschen, Wäsche waschen, Internet und da wir einen Rabattgutschein hatten gab es dieses mal sogar an einem Montag eine Pizza.
Cradle Mt NP hieß unser nächster Stop. Da dass Wetter aber wieder einmal verrückt spielte, war es uns nicht möglich den Cradle Mt selbst zu besteigen. Statt haben wir nur den Lake circuit gemacht. Da keine Besserung in Sicht war, sind wir danach gleich weiter gefahren um am nächsten Tag in die Walls of Jerusalem zu fahren. Dort hatten wir aber auch kein Glück mit dem Wetter und sind mal wieder im Regen gelaufen. Nach 2 Stunden hatten wir genug und sind umgekehrt, da man fast in den Wolken gelaufen ist und keine Ausblicke auf die Umgebung hatte. Kaum umgedreht wurde das Wetter, wer hätte es gedacht, schlagartig besser. Trotzdem war alles noch grau und den restlichen Tag, so hatten wir es beschlossen entspannten wir uns.
Am nächsten Tag machten wir etwas wettersicheres. Wir gingen in eine Tropfsteinhöhle. Es war eine echt schöne Höhle, mit Flüssen, und dem anderen üblichen, Stalagtiten,... Danach ging es nach Launceston, wo wir unsere letzte Woche mit entspannen verbringen sollten. Während dieser Woche hatten wir in der Bücherei endlich mal die Möglichkeit kostenlos ins Internet zu gehen und unsere Mails und alles weitere zu klären. Außerdem gab es in Launceston alles was man sonst noch brauchte. Es hatte free hot showers, Parks und einen freien Pool, eine nettes Museum, gutes Wetter,... und einen free Camping spot in der Nähe. Also verbrachten wir dort unsere restlichen Tage auf Tasmanien.
Jetzt sitze ich gerade in der Spirit of Tasmania Fähre, schreibe den Artikel und realisiere wieder einmal erst jetzt, wie viel ich eigentlich im letzten Monat erlebt habe. Unglaublich viel. Auch habe ich gemerkt, das ich schon die Hälfte meiner Reisezeit hinter mir habe. Fünfeinhalb Monate sollen jetzt schon rum sein,... soweit so gut, ich freue mich auf das was noch kommt.







1 Kommentare:

Maike hat gesagt…

Ihr immer mit euren geilen Stränden.. Als würde uns das neidisch machen ;)
Viel Spaß weiterhin