So bin ich also Mittags nach Los Angeles gekommen. Am selben Tag wollte ich noch den Amtrak nach San Francisco nehmen, um von dort mein letztes Abenteuer, den Pacific Highway von San Francisco nach Santa Barbara mit dem Fahrrad zu fahren, zu beginnen.
Am Bahnhof von LA angekommen wurde mir jedoch gesagt, dass der Zug nach Santa Barbara zwar noch frei sei, Bus von dort nach San Francisco aber ausgebucht wäre. Für Björn, der denselben Bus brauchte galt dasselbe. Also sind wir erst einmal in die Stadt gelaufen und haben was gegessen. Als wir dann zurück waren, war immernoch alles voll. So bin ich dann alles 15 Minuten zum Schalter gelaufen, bis mich dann schon jeder kannte und ich gar nichts mehr sagen musste, um zu checken, ob vielleicht einer seine Reservierung gecancellt hat. Einmal war es besonders frustrierend, ich kam an und sie sagte mir:“ Also vor 10 Minuten hatte ich ein Ticket. Das ist jetzt aber schon wieder weg.“ Als ich dann um 5 vor 7 (der Zug fuhr um 7) nochmal ohne Hoffnung an den Schalter lief, hatte ich Glück und es war doch tatsächlich ein Ticket da. Schnell zog ich ID und Geld heraus und wollte gleich alles unter Dach und Fach haben, da verdunkelte sich die Miene der Frau aber schon wieder. „Jetzt ist es weg!“.....mist....“Ach nein...ich habe es schon reseviert!“ Juhuuu!...Also schnell das Ticket gekauft und zum Zug gerannt und auf nach San Francisco.
Dort kam ich um kurz nach 5 am Morgen an und hatte die letzten 2 Nächte vielleicht 4 Stunden insgesamt geschlafen. Leider konnte ich noch nicht einchecken und so ging ich erst mal ins Internet um alles Weitere zu organisieren, d.h. Second hand bike shops ausfindig machen. Ich hatte einige gefunden und bin, nachdem ich meinen Backpack (meine große Tasche habe ich in LA gelassen) in meinem Zimmer abgestellt hatte, in strömenden Regen auf, ein Fahrrad zu finden. Einige Shops hatten geschlossen, da ja Montag?? war, die anderen hatten aber auch nichts interessantes im Angebot. Kaum gebrauchte Fahrräder und dann viel zu teuer. Ich hatte aber den Tipp bekommen auf Craigslist, eine Art Sperrmüll/Ebay, zu schauen. Nach diesem Tag hatte ich schon fast keine Lust mehr und habe mir schon Alternativen überlegt. Als jedoch am nächsten Tag die Sonne schien lief alles schon viel besser. Ich schaute mir ein Fahrrad an, was mir auch recht gut gefiel. Dann habe ich mir noch die ACA Karte gekauft und die Etappen ein wenig geplant. Am darauffolgenden Tag begutachtete ich ein weiteres Fahrrad und entschied mich für das vorherige. So hatte ich also mein Fahrrad. Ein 26“ Trek Bike. Tags drauf hieß es Equipment kaufen. Luftpumpe, Flickzeug, Helm, Gepäckträger, Licht, Warnweste, Klingel, Spanngurte, Multitool, Duct Tape,.... . Ich bin jede Menge durch die Gegend gelaufen und habe so von San Francisco schon einiges gesehen.
Und dann konnte es endlich losgehen. Erste Etappe hieß: San Francisco - Pigeon Point Lighthouse near Pescadero. Das waren 90 km. Und schon am ersten Tag habe ich viel erlebt: schönes Wetter, Regen, Nebel, Rücken- und Gegendwind, Ausfall der Vorderbremse, steile Anstiege und schnelle Abfahrten,...
Gut ausgepowert bin ich im wunderschönen Hostel angekommen und konnte schön lange duschen, essen, meine Bremse reparieren und schlafen.
Start an der Golden Gate Bridge:
Die nächste Etappe von Pescadero nach Watsonville war da viel entspannter. Ich hatte Rückenwind, kaum Berge und schönes Wetter mit grandiosen Panoramas. In Davonport gab es eine richtig gute Bakery. Dort habe ich auch meine Zimmergenossen wiedergetroffen. Mit ihnen zusammen habe ich dort gefrühstückt, bevor ich weiter Richtung Süden und sie wieder zurück gefahren sind. Danach ging es durch Blumen-, Erdbeer- und Artichockenfelder weiter bis nach Watsonville. Dort habe ich in ein RedRoofInn eingecheckt und hatte ein richtig schönes Zimmer mit Kingsize Bett eigenem Bad, Fernseher und Wlan. Das Zimmer war so toll, dass ich es gar nicht mehr verlassen wollte und so habe ich mir eine Pizza bringen lassen.
Irgendwo zwischen Pescadero und Watsonville.
Heute bin ich von Watsonville nach Monterey gefahren. Meine bisher kürzeste Etappe, die aber von starkem Wind erschwert wurde. Sofern ich Rückenwind hatte, war alles wunderbar, die Teilstrecken mit Gegenwind dagegen... . Nur um euch die Windstärke zu verdeutlichen: mit Rückenwind bin ich eine ebene Strecke 2,5 km lang (bis zur nächsten Brücke) ohne einmal in die Pedale zu treten mit 12-14 km/h gefahren. In Monterey bin ich dann am frühen Nachmittag angekommen, habe mir ein Eis gegönnt und mich an die Strandpromenade gesetzt.
Kurz vor Monterey:
Morgen kommt die Königsetappe. Monterey – Big Sur - Cambria. Bin gespannt wie das meine Beine mitmachen...
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