Am Sonntag lud Christian dann die Mädels wieder aus, tauschte sie aber gegen 2 Berliner Backpacker mit Auto ein. Er war schon vorher einmal ein bisschen mit ihnen gereist und so sollte es in der Viererbesetzung mit 2 Autos für meine restliche Zeit in Neuseeland weitergehen.
Trotz dessen, dass wir zu viert waren hat uns Sabine noch zum Abendessen eingeladen, bzw. uns das Haus nochmal überlassen, da beide zu einem Meeting mussten. Am nächsten Morgen ging es dann frisch und erholt los. Wir machten uns auf zum Mt. Maungatautari, einem Berg, der vollständig von einem Zaun umgeben ist, der so dicht ist, dass nicht mal eine Maus hindurchkommt. Innerhalb des Zaunes wurden dann alle Possums und sonstige Schädlinge ausgerottet und ein Vogelschutzreservat eingerichtet. Das wird alles so streng gehalten, dass man sogar durch eine Schleuse eintreten muss. Leider aber haben wir nicht viele Vögel gesehen und sind dann, wieder in die andere Richtung zu den Wairere Falls gefahren. Dort wanderten wir eine knappe Stunde um den Wasserfall zu sehen und suchten uns anschließend unseren Schlafplatz. Da dieser ungeschickterweise direkt neben einer Kiesgrube lag, wurden wir am nächsten Morgen schön früh von vorbeidonnernden LKWs geweckt. Den restlichen Tag verbrachten wir damit ein paar Fragen bzgl. Autoverkauf etc. zu klären und in strömenden Regen in Whangarei herumzuirren. Abends fuhren wir noch bis zu einem netten kleinen DOC Campingplatz an einem Fluss. Dort haben wir auf unsere Mitcamper (ein Van, aus dem sich keiner hat blicken lassen) bestimmt einen guten Eindruck hinterlassen, als wir mit durchdrehenden Reifen ankamen, Hühner gejagt, mit Campingkochern um uns geworfen (ein Missgeschick, beim Versuch das Spiegelei von oben zu flambieren) und mit Taschenlampen herumgesprungen sind (erfolgreicher Versuch mit langer Belichtungszeit Bilder machen).
Am nächsten Morgen stand dann Cape Reinga auf dem Programm. Das Cape, von dem die Seelen der Verstorbenen in die nächste Welt gelangen. Dort gab es einen schönen Leuchturm und ein klasse Panorama. In der Nähe gab es auch die Dünen des 90 mile beach. Da es aber leider am Tag zuvor geregnet hatte und wir sowieso ein wenig spät dran waren, konnten wir nicht mehr sandboarden :(.
So ging es nach ein paar Fish&Chips letztendlich wieder zurück zum gleichen Campingplatz wie nachts zuvor. Diesmal waren wir aber nicht die einzigen Verrückten dort. Wir trafen ein paar Possumjäger (sehr interessante Gestalten). Gerade als wir ankamen, jagte ein Hund einem Possum hinterher. Als dieses sich dann auf dem Baum verkrochen hatte und der Hund es nicht erreichte, kam der Jäger mit seiner Golftrolley, in dem er eine Batterie für seinen Scheinwerfer und sein Luftgewehr hatte. Das Licht auf das Possum gerichtet und nach ein paar Versuchen fiel das Possum schlussendlich zu Boden, wo es dann vom Hund unter merkwürdigen Lauten komplett erledigt wurde. Ihr müsst wissen, dass Possums hier eine richtige Plage sind und nur „ein totes Possum ein gutes Possum ist“. Sie fressen Vogeleier und es gibt einfach viel zu viele von denen. Christian und ich haben am selben Tag unsere Freundschaft mit einem Possumroadkill besiegelt. Nachdem das Possum erledigt war, hatten die Jäger genug für den Tag und fuhren nach Hause und wir gingen nach einem Film smart schlafen.
Frisch erholt fuhren wir am darauffolgenden Tag zum Waipoua forest. Einem Wald mit einigen riesigen Kauribäumen. Dort haben wir uns den dicksten und den längsten angeschaut. Der höchste war mit 52m von der Höhe her gesehen nicht so beeindrucken, aber sein Umfang war schon nicht schlecht. Dieser wurde allerdings vom Te Matua Ngahere mit 16,41m Umfang um knapp 4m übertroffen. Unglaublich dick der Baum! Und mit Stacheldraht umzäunt und gesichert. Die Nacht verbrachten wir in Russel, wo wir am nächsten Tag fischen gingen. Bei meinem ersten mal fischen habe ich die Köderfische geangelt und der Rest hat sich an den großen versucht. Den Snapper, den wir gefangen haben, wurde dann abends lecker zubereitet und gegessen. Es war ein schöner entspannter Tag am Pier von Russel. Zurück nach Auckland sollte es am folgenden Tag gehen. Zuerst machten wir jedoch einen Zwischenstopp in Whangerei, wo wir uns einen Wasserfall anschauten und in den Abbey Caves klettern gingen. Christian und ich waren eine ganze Weile in verschiedenen Caves und kletterten hindurch, während die 2 Berliner davon nicht zu begeistern waren. Anschließend telefonierten wir viele Hostels durch, bis wir schließlich eins gefunden hatten. In Auckland selbst habe ich es dann geschafft so zu navigieren, dass wir uns erstmal schön verfahren hatten. Die Ausfahrt sah auf der Karte anders eingezeichnet aus, als sie letztendlich war. Nachdem wir dann nach mehrmaligem Einkreisen des Hostels endlich da waren, checkten wir ein und gingen abends in die Stadt was trinken, sodass der Sonntag aus Nichtstun und erholen bestand.
Hobbiton
Große Kauris
Wasserfall bei Auckland
Rarotonga
Montag und Dienstag verbrachte ich mit dem Organisieren meiner weiteren Reise und ein bisschen Auto sauber machen und dann ging es auf einen Flug in die Vergangenheit. Und das wortwörtlich. Ich flog am 05.05.2010 um 8.20Uhr Ortszeit ab und kam auf den Cook Islands am 04.05.2010 um 14.00 Uhr an. Im Abflugterminal von Auckland hatte ich einen Islander kennengelernt, der mich auch gleich eingeladen hat. So habe ich den Abend des 04.05. ein zweites Mal gemütlich mit ein paar Bier genossen. Für den nächsten Abend hatte Samuel (der Islander) für mich die Island Night gebucht. Eine Show der Einheimischen, die ein wenig die Geschichte der Cook Islands erzählte und das Ganze mit Dinner, endlich mal wieder gutes Essen :). Bei der Show habe ich dann auch meine „Adoptivfamilie“ für die nächste Woche, bestehend aus Karen und Gerhard, einem älteren deutsch kalifornischen Ehepaar, und Melly und Lisa, zwei deutschen Backpacker. Mit ihnen habe ich die meisten Abende verbracht. In den folgenden Tagen habe ich viel geschnorchelt, am Strand gelegen und gelesen, mich am Kitesurfen versucht, war auf dem Markt, bin gewandert und ein wenig geradelt. Ich hatte richtig Glück beim Kitesurfen. Es gab nur eine Schule und diese Schule hatte gerade erst eine Woche geöffnet und keiner kannte sie. Durch Zufall habe ich aber einen Kite gesehen und bin mal hingelaufen und sie so gefunden. Das Kiten hat viel Spaß gemacht und ich habe es am Ende sogar geschafft aufzustehen.
Am Dienstag sind dann Melly, Lisa, Karen und Gerhard weitergereist und ich musste in ein anderes Hostel umziehen. So bin ich im Rarotongan Backpackers gelandet. Dort hatte man mehr Bezug zu Locals und es gab auch eine Angestellte, die ab und zu etwas traditionelles gekocht hat, ob nun selbst gefangenen Oktopus oder Breadfruit,... .
Ein paar Tage später hatte ich mich mit einem Finnen, den ich noch im Aremango kennengelernt hatte, verabredet die Island Crossing Wanderung zu machen. Auf dem Weg dorthin kam dann wieder so ein „die-Welt-ist-ein-Dorf-Moment“: In den Bus auf Rarotonga stieg doch tatsächlich Sean alias Björn, ein ehemaliger Klassenkamerad, ein. Wie es der Zufall so wollte haben wir dann gleich das Crossing zu dritt gemacht und uns abends nochmal zum Zusammensitzen getroffen. Es stellte sich dann sogar heraus, dass wir den gleichen Flug nach LA hatten.
Rarotonga war mit einer der schönsten Abschnitte meiner Reise. Ich habe jeden Tag ein bisschen was Neues gemacht und hatte immernoch genug Zeit zum Entspannen. Schönes Wetter, Strand, Meer, relaxte Atmosphäre (das einzig gewöhnungsbedürftige war die „island time“) und nette Leute taten das Übrige hinzu. Der letzte Tag steht exemplarisch dafür: Morgens auf den Markt gehen, ein paar lokale Snacks essen, zurück zum Hostel am Strand liegen, auf der Ladefläche eines PickUps zurück in die Stadt, mit Björn zu den Cook Island's Rugby Finals ins „Stadion“ gehen, dort den Finnen treffen, mit ihm noch in eine Bar ein Bier trinken fahren und dann um Mitternacht nach LA aufbrechen. Der perfekte Tag.
Strand vor dem Aremango
Cook Island's Rugby Finals
Kiten
Island Crossing
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