Ursprünglich wollte ich diese Etappe von Monterey nach Cambria teilweise mit dem Bus zurücklegen. Da allerdings die Highseason erst 5 Tage später anfangen sollte und der Bus bis dahin nur einmal die Woche, Sonntags (es war Montag), fuhr. So musste ich gezwungenermaßen die kompletten 180km über einige Berge an einem Tag fahren. Deshalb bin ich auch um halb 6 Uhr morgens aufgestanden und um 6 Uhr mit Sonnenaufgang aufgebrochen. Als ich schon nach ein paar Kilometern ordentlich ins Schwitzen gekommen war, hatte ich schon Angst, dass ich nie ankommen würde. Dann ging es aber steil bergab und da habe ich dann bemerkt, dass das zuvor ein Berg (bei Carmel) war, den ich wohl auf der Karte übersehen hatte. Dann ging es weiter, zu einem Abschnitt, an dem der Highway 1 direkt dem Küstenverlauf folgt. Es hat mich ein wenig an die Great Ocean Road in Australien erinnert. Ich hatte perfektes Wetter, nicht zu warm und strahlenden Sonnenschein, was man auch daran sah, dass jedes dritte Auto ein Ford Mustang Cabrio mit offenem Verdeck war, und konnte die Fahrt trotz der Strapazen genießen. Mein richtiges Frühstück, bis dahin hatte ich nur ein paar Nüsse und Müsliriegel gegessen, nahm ich dann bei einer schönen Aussicht auf dem ersten großen Berg, dem Big Sur, ein. Darauf folgte eine rasante Abfahrt, ein Anstieg, eine Abfahrt, ein Anstieg,.....Den letzten Anstieg musste ich mehrmals aus Kraftgründen unterbrechen und war überglücklich als ich auch diesen überstanden hatte und die Abfahrt begann.
Wieder auf Meereshöhe angekommen waren es nur noch ca. 20km nahezu eben, auf der ich noch einige Seelöwen gesehen habe. Letztendlich bin ich ziemlich fertig 13 Stunden später nach 11 Stunden Fahrtzeit, 180km, knapp 5 l getrunkenem Wasser und einigen zurückgelegten Höhenmeter in einem netten Hostel angekommen. Dort gönnte ich mir einen großen leckeren Burger und legte mich früh schlafen. Den nächsten Tag musste ich mich erst einmal regenerieren. Ich konnte kaum laufen und hatte Leistenprobleme und einen schönen Muskelkater. Okay...Muskelkater hatte ich schon die ganze Zeit, jetzt war er aber noch ein gutes Stück stärker als zuvor.
das Profil der Etappe:
und noch ein paar Bilder von zwischendurch
Ich hatte mir den perfekten Tag zum Pause machen ausgesucht. Morgens konnte ich mich noch auf der Liege im Garten entspannen und ab Mittag fing es dann an zu regnen. Am Abend haben dann dieselben Leute, die ich schon in Pescadero getroffen habe, ins Hostel eingecheckt. Und die sind mit dem Auto unterwegs! :)
Tags drauf quälte ich mich wieder auf den Sattel. Die nächste Etappe sollte mich bis San Luis Obispo bringen. Nur lächerliche 60km und keine nennenswerte Berge. Es war eine angenehme Etappe, die ich durch einen kleinen Navigationsfehler noch um 10km verlängerte. Am Abend traf ich dann dieselbe Truppe aus Cambria wieder und wir sind zusammen essen gegangen.
Die nächste Etappe führte mich nach Lompoc, knapp 100km weiter südlich. Dort kam ich in einem Motel 6 unter und klärte meine Unterkunft für Santa Barbara. Denn dort sollte es am nächsten Tag hingehen. Die Etappe dorthin war durchmischt. Auf dem Weg dorthin stellte ich meinen persönlichen Speedrecord auf: 74,44 km/h . Nach dieser rasanten Abfahrt musste ich allerdings bis kurz vor Goleta auf dem Stanstreifen des Freeway 101 fahren. In Santa Barbara kam ich bei einer netten Familie unter. Es waren Verwandte der Kalifornier, die ich auf Rarotonga kennengelernt hatte. Es war richtig schön mal wieder etwas gekocht zu bekommen, ein klasse Frühstück mit scrambled eggs, bacon, pancakes und Früchten serviert zu bekommen und in einem AUTO zu den Sehenswürdigkeiten Santa Barbara gefahren zu werden. Die Familie war richtig nett und sie habe sich sogar meines Fahrrads angenommen und ich habe sie natürlich auch gleich nach Deutschland eingeladen. In Santa Barbara war auch einiges los, da es das Memorial Day Weekend war. So wurden Straßengemälde vor der Mission gemalt, die Straßen und Strände waren gut gefüllt und das Wetter spielte auch gut mit.
Straßenmalerei
Alles in allem muss ich sagen, dass der Trip sich richtig gelohnt hat. Er war zwar anstrengend und mit Campingsachen wäre vieles einfacher gewesen, aber auch wenn man nur in Hostels und Motels übernachtet ist es machbar. Die Etappenlängen waren auch in Ordnung. Es war eine grandiose Strecke mit schönen Landschaften und vielen Panoramas. Vor allem jeden Abend das Gefühl, dass man was geschafft hat, war befriedigend.
Sonntag morgen ging es mit dem Zug über Camarillo nach Los Angeles. In Camarillo bin ich dann in einem riesigen Outlet shoppen gegangen. Es gab mehr als 160 Shops und ich war erfolgreich.
Abends habe ich dann in meinem Hostel/Hotel eingecheckt. Ein richtig schönes Hotel downtown.
Am folgenden Tag organisierte ich noch ein paar Sachen und freute mich auf das Lakers game, für das ich mir eine Woche zuvor ein Ticket besorgt hatte. Da ich die News nicht gesehen hatte, habe ich erst am Stadion erfahren, dass es kein Spiel mehr gibt, da die Play Offs nach dem Motto „Best out of 7“ gespielt wird und die Lakers das 4:2 zwei Tage zuvor erzielt hatten und somit im Finale sind. Blöd gelaufen. Daraufhin bin ich frustriert gut essen gegangen.
Am Dienstag, dem 01.06., habe ich ausgeschlafen, gegessen meinen Blog geschrieben und mich zum Flughafen fahren lassen und den Flug nach London genommen.
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